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Liebe Mitglieder des Münchner KulturForums der Sozialdemokratie,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Genossinnen und Genossen,

dieser Mitgliederbrief ist sehr dringlich, obwohl es eigentlich gar nichts mitzuteilen gibt. Aber auch dies kann eben dringlich sein.

Wir wissen, dass Sie seit langem auf ein Lebenszeichen von uns warten. Ist denn gar nichts mehr los? So werden wir Vorstandsmitglieder bei zufälligen Begegnungen gefragt. Manche Mitglieder fragen auch per Mail oder telefonisch nach. Warum hört man nichts?

Deshalb ist dieser Brief dringlich. Damit nicht Resignation und Enttäuschung um sich greifen. Oder gar „Konsequenzen“ auslösen.

Um es kurz zu machen: Seit geraumer Zeit, seit dem corona-bedingten Lockdown Mitte März ist für die Mitgliedschaft, für die am KulturForum interessierte Öffentlichkeit tatsächlich nichts geboten – und das wird auch noch geraume Zeit so bleiben, wobei niemand weiß, wie lange die geraume Zeit noch dauern wird – bloß bis zum Herbst? Oder bis zum Jahresende? Oder noch länger? Und werden weitere Lockerungen kommen? Oder doch die gefürchtete „zweite Welle“?

In der Rat- und Hilflosigkeit des gesamten kulturellen Lebens ist unser Forum keine Ausnahme. Wobei es uns wenigstens finanziell nicht so hart trifft wie Künstler, Kulturveranstalter, Kulturinstitute, denen die Einnahmen wegbrechen, die Ausgaben aber fast unverändert erhalten bleiben. Wenn das KulturForum nichts machen kann und darf, hat es auch keine Kosten. Ihre bezahlten Mitgliedsbeiträge schwinden also nicht dahin, sondern bleiben in vollem Umfang erhalten, sodass Sie die erwarteten Leistungen und Angebote alle erhalten werden, wenn auch zu späteren Zeitpunkten.

Viele Veranstalter und Institutionen versuchen, die Zeit mit digitaler Hilfe zu überbrücken. Das funktioniert mit Konferenz-Schaltungen, wenn eilige Entscheidungen zu treffen sind, oder mit live-streams, um aktuelle Diskussionen zu übertragen. Aber wir haben gar keine aktuellen Entscheidungen zu treffen, und im Vergleich zu Fernsehsendungen bleibt man immer zweite Wahl. Deshalb kein digitales Ersatz- oder Überbrückungsangebot.

Aber der Vorstand diskutiert weiter. Unser neues Vorstandsmitglied Christian Steinau hat eine Diskussion über einen New Cultural Deal zur Überwindung der Pandemie-Folgen und für mehr Nachhaltigkeit des Kulturlebens und künstlerischer Existenzen angeregt – und dieses Thema werden wir sehr gründlich und grundsätzlich angehen.

Für den 31. Oktober ist eine Anhörung von Künstlern, Veranstaltern und kulturellen Institutionen geplant, was ihnen während der Krise widerfahren ist, wie sie überlebt haben, was sie benötigen, um wieder auf die Füße zu kommen, welche langfristigen Konsequenzen sie für erforderlich halten, wie mehr Nachhaltigkeit erreicht werden kann, wirtschaftlich und thematisch. Sie alle sind eingeladen, Kulturschaffende, aber auch Gruppen oder Institutionen verschiedenster Sparten vorzuschlagen.

Christine Prunkls nächste Film-Reihe wird sich mit dem filmischen Schaffen von Maximilian und Maria Schell beschäftigen – möglichst ab Oktober. Bei beiden Geschwistern stehen runde Geburtstage an – und großartige Filme zur Auswahl.

Renate Kürzdörfer plant die nächste Architekturfahrt, die vielleicht schon unter besonderen Corona-Bedingungen im Spätsommer stattfinden kann.

Und unser Vorstandsmitglied Lars Mentrup, der im Frühjahr einen furiosen Start im Stadtrat hingelegt hat und auf Anhieb in den Kulturausschuss gewählt wurde, erregte mit seinem Vorschlag eines Turms für die Kunst auf dem Domagk-Gelände viel Aufsehen und wird diese Initiative, die wir schon im Wahlkampf in den Domagk-Ateliers präsentiert hatten, so bald wie möglich nochmals im KulturForum zur Debatte stellen.

Also: Das KulturForum lebt, denkt und plant – es kann nur – wie alle anderen auch – noch nicht einladen.

Bitte bleibt geduldig, wahrt in dieser weltweiten Sendepause die Gelassenheit und bleibt uns gewogen! Vielleicht sind wir ja nach der Zwangspause sogar neugieriger und nachdenklicher und diskussionsfreudiger als vorher!

Ich wünsche Ihnen und Euch allen in Namen des Vorstands trotz allem einen genussreichen Sommer und einen geselligeren Herbst.

Mit besten Wünschen

Christian Ude …

… Christine Prunkl, Michael Stephan und der gesamte Vorstand des KulturForums der Sozialdemokratie

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